Auf der sogenannten “Frankfurter Buchmesse” ist es zu Ausschreitungen gekommen, die nichts mehr mit der in dieser Stadt gelebten Toleranz und Weltoffenheit zu tun haben.

Die DIE FRAKTION-Fraktion hat daher heute Resolution im Form eines Antrags an die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Frankfurt eingereicht, in der der Börsenverein des deutschen Buchhandels dazu aufgefordert wird, künftig den Namen Frankfurt nicht mehr im Titel der Messe zu führen und mittelfristig einen neuen Standort zu suchen.

„Durch die fahrlässige und verantwortungslose Einladungspolitik von Messeleiter Juergen Boos sind zahlreiche rechtsgerichtete bis offen faschistische Verlage auf die Buchmesse gelangt,“ begründet der FRAKTION-Vorsitzende Nico Wehnemann den Antrag.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stand-Nachbarinnen der rechten Verlage berichteten von einem Klima der Angst“, führt Wehnemann weiter aus. Diese Situation ist mit dem Ansehen der Stadt Frankfurt unvereinbar.

Oberbürgermeister Peter Feldmann hatte zur Eröffnung ausdrücklich erklärt: “In Frankfurt ist kein Platz für Rassismus”. Die Buchmesse hat diese Weisung ignoriert: Juergen Boos hat Rassismus maximalen Raum verschafft.

Eine Buchmesse, auf der es Veranstaltungen gibt, die mit Beschreibungen werben wie “Warum ist Rechtssein cooler, intelligenter, avantgardistisch und in jeder Hinsicht weniger langweilig als links zu sein”, darf sich nicht mit dem Namen der Stadt Frankfurt am Main schmücken.

Die Bilder von den Ausschreitungen auf der Messe gingen um die Welt und sind nun unauslöschlich mit unserer Stadt assoziiert. Der Stadt Frankfurt ist dadurch ein unermesslicher Imageschaden entstanden. Dafür verantwortlich sind Juergen Boos und der Börsenverein, die eine Weisung des höchsten Repräsentanten dieser Stadt nicht respektiert haben. „Wir fordern daher den Rücktritt von Juergen Boos und der Messeleitung“, zieht der Vorsitzende von DIE FRAKTION abschließend düstere Bilanz.