Aufstellen von City Trees

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

In die o.g. Produktgruppe werden Mittel von 100.000 EUR eingestellt, um im Rahmen eines einjährigen Testbetriebs die Anschaffung, das Aufstellen und die anschließende Evaluierung des Einflusses von vier sog. City Trees in grünarmen Bereichen der Stadt Frankfurt am Main zur nachhaltigen Verbesserung der Umgebungsluft zu ermöglichen.

Begründung:

„Wir haben leider damit gerechnet“ – so lässt sich der Ortsvorsteher des Ortsbezirks 11 am 8. November 2017 in der Frankfurter Rundschau zitieren. Gemeint ist die Überschreitung der gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte bei Feinstaub- und Stickoxidbelastung. Das Problem mit der Überschreitung der Grenzwerte wird auf den Seiten des Umweltamtes nachvollziehbar anhand von Messwerten illustriert: So kam es bis zum Oktober 2017 an den Messstellen Friedberger Landstraße (14 Mal), Frankfurt-Höchst (8 Mal) und Frankfurt-Ost (8 Mal) zu Überschreitungen jener Grenzwerte. Maximal erlaubt sind 35 Überschreitungen pro Jahr.

Zwar bewegen sich die Werte damit im Rahmen der gesetzlich zumutbaren Belastung – dennoch muss der Stadt Frankfurt am Main daran gelegen sein, dass die Belastung der Bürgerinnen und Bürger durch Feinstaub- und Stickoxidemissionen dauerhaft unter den Grenzwerten bleibt und die Überschreitung jener Werte nicht eintritt.

Dabei bieten sich abseits der Umsetzung der 1. Fortschreibung des Luftreinhalteplans, der unter anderem die Umsetzung der Umweltzone vorsieht, weitere Möglichkeiten, wie die Stadt Frankfurt Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität ergreifen kann.

Eine neue Möglichkeit bietet das Dresdner Start-up „Green City Solutions“ mit seinem sogenannten „City Tree“. Dabei handelt es sich um Anlagen, die äußerlich wie Bänke mit vertikaler Begrünung anmuten. Dahinter verbirgt sich jedoch ein Konzept zur Reinigung der Umgebungsluft: Hinter der vertikalen Begründung verbergen sich Mooskulturen, die Stickoxide und Feinstaub im Rahmen des Stoffwechsels binden. Dabei erreicht ein solcher „City Tree“ beispielsweise die Leistung von bis zu 275 urbanen Bäumen in Bezug auf die Bindung von Feinstaub. Mit 3,5 m2 Standfläche wird jedoch nur ein Bruchteil der Fläche benötigt – darüber hinaus kann ein „City Tree“ an Örtlichkeiten aufgestellt werden, die für eine herkömmliche Begrünung nicht zugänglich sind.

Die sogenannten „City Trees“ waren schon Gegenstand des Etatantrags E 21/2017, in dem deren Vorteile folgendermaßen beschrieben wurden:

„Der Wartungsaufwand eines City Trees gilt als äußerst gering und umfasst die Kontrolle und gegebenenfalls das Nachpflanzen der Moosfläche sowie Nachfüllen des Tanks, der pro Jahr 10.000 Liter Wasser verdunstet. Laut Messungen wird Stickoxid zu 15 Prozent, Teilchen mit Durchmessern bis zu zehn Mikrometer (PM 10) zu 43 Prozent und circa 240 Tonnen Kohlendioxid durch die City Trees aus der umgebenden Luft herausgefiltert. Neben der wichtigsten Funktion, der Luftfilterung, wird der Installation auch eine kühlende und erfrischende Wirkung an heißen und trockenen Sommertagen zugeschrieben. Aufwand, Platzbedarf und Energieverbrauch sollen weniger als zehn Prozent des Setzens und der Pflege von Naturbäumen ausmachen.“