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Anträge der DIE FRAKTION

  • Titel: Beitritt zu „DIE HANSE“
  • Antragssteller*in: FRAKTION 
  • Datum: 01.08.2017 (letzte Aktualisierung des Sachstandes: 06.09.2017)
  • Beschreibung:

     

    Betreff:

    Beitritt zu "DIE HANSE"

    Der Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

     

    1. Die Stadt Frankfurt am Main tritt dem Städtebund "DIE HANSE" als Mitglied bei.

    2. Die Stadt Frankfurt am Main nimmt ihre Aktivitäten im Hansebund "DIE HANSE" auf, nimmt zukünftig an den Hansetagen teil und wird auch die Stadt Frankfurt am Main auf den Hansetagen mit einem eigenen Stand präsentieren. Hierfür müssen entsprechende Haushaltsmittel bereitgestellt werden.

    3. Die Verwaltung sollte Vorbereitungen für einen späteren Antrag auf Verleihung des Städtenamens "Hansestadt" durch die Landesregierung treffen.

     

     

    Begründung:

    Zu Antragspunkt 1:

     

    Obwohl keine Küsten-, sondern eine Binnenstadt, war Frankfurt am Main lange Zeit eine Freie Reichsstadt und hätte die vielfältigen Vorteile des Städtebundes der Hanse genutzt, wenn nicht die Preußen Frankfurt eingenommen hätten, bevor Frankfurt beitreten konnte.

     

    Doch auch heutzutage bietet eine Mitgliedschaft in der Hanse DIE HANSE der Stadt Frankfurt am Main vielfältige positive Entwicklungsmöglichkeiten. Hier sind zu nennen:

     

    a) Erhöhung der Anzahl der Hotelübernachtungen durch vermehrte Besucherzahlen (die seit kurzem in die Hanse beigetretene Stadt Uelzen verzeichnete binnen 8 Monaten nach dem Beitritt in die Hanse in diesem Bereich einen Anstieg von 8,5%).

    b) Die Hanse ist ein weiterer Spitzenverband, der Lobbyarbeit für die Stadt Frankfurt am Main betreiben kann (neben dem Deutschen Städtetag), ihre Interessen nach außen vertritt und dabei ausnahmsweise positiv konnotiert ist.

    c) Möglichkeit zur Teilnahme am jährlichen Hansetag - ein Fest!

    d) Imagepflege für Frankfurt am Main, oder anders gefragt: Möchte Frankfurt der Stadt Korbach die hegemoniale Stellung als einzige hessische Hansestadt überlassen? Korbach ist bereits seit 1986 wieder Teil der Hanse und sogar dem Hanseverein (Verein zur Förderung und Unterstützung der Arbeit des nicht rechtsfähigen internationalen Städtebundes DIE HANSE, insbesondere die Abwicklung von Projekten und die Beantragung von Fördermitteln) beigetreten. Frankfurt am Main kann es sich definitiv nicht leisten, Korbach hier hinterherzuhinken.

    e) DIE HANSE schreibt sich in Versalien.

    f) Wir-Gefühl stärken und (hoffentlich) eine Besinnung auf die klassischen hanseatischen Werte und Tugenden (seitens Politik und Verwaltung).

    g) Frankfurt am Main benötigt definitiv ein neues "Label" und sollte vor allem Pendlern etwas Gutes tun. "Willkommen in der Europa- und Messestadt Frankfurt am Main" - das kann im Hauptbahnhof doch wirklich niemand mehr hören! Zusätzlich interessiert Europa mittlerweile niemanden mehr (mit einer Wahlbeteiligung unter 50% bei der letzten Wahl) und wie bei einem Kind ist es nun an der Zeit, endlich einmal loszulassen.  "Willkommen in der Hansestadt Frankfurt am Main! Hier kommen Menschen zusammen!" klingt doch gleich viel freundlicher.

     

    Zu Antragspunkt 2:

     

    Die Hansetage bieten der Stadt jährlich die Möglichkeit sich überregional einem breiten Publikum zu präsentieren. Die künftigen Austragungsorte des Hansetages sind bis 2030. Frankfurt am Main könnte also theoretisch bereits im Jahr 2031 den Hansetag austragen und so Menschen aus ganz Europa willkommen heißen. Ein perfekter Zeitpunkt, schließlich wird sich Frankfurt am Main dank der Kampagne "#cleanffm" spätestens dann wie aus dem Ei gepellt präsentieren können.

     

    Zu Antragspunkt 3:

     

    Die historische Bedeutung Frankfurts in der Hanse:

     

    Das hansische Element in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geschichte Frankfurts ist kaum zu überschätzen. Schon wahrscheinlich für das 13. Jahrhundert, aber ganz sicher im 14. Jahrhundert ist Frankfurter Handel im hansischen Kontext nachweisbar. Waren aus Süddeutschland gelangten über die historische Handelsroute, die der Staufenkaiser Friedrich II. schon im Jahre 1240 unter den kaiserlichen Schutz stellte, von Augsburg über Nürnberg  nach Frankfurt, von wo aus die Waren ihren Weg in das Handelsnetz der Hanse fanden. Umgekehrt war Frankfurt für Waren der Hansemitglieder nach Südeuropa.

     

    Hansestädte waren grundsätzlich keinem Landesherrn untertan. Es gab in Frankfurt eine selbstbewusste Kaufmannschaft, die Fernhandel betrieb. Die meisten Hansestädte importierten Rohstoffe sowie Lebensmittel und exportierten fertige Produkte; darin lag ihre Stärke. Frankfurts Handelswesen stand dieser internationalen Vernetzung, die von den Kontoren der Hansestädte aus gepflegt wurde, in keiner Weise nach.

     

    Zu jener internationalen Vernetzung muss Frankfurt am Main wieder hin! Auch wenn Frankfurt am Main zum Glück nicht mehr mit Tran und Wachs oder Heringen und Butter handelt, sondern vorrangig mit Geld, Bethmännchen und Gott sei Dank immer noch mit Grüner Soße: Wir waren einst wer.

     

    Durch unliebsame Söhne und Töchter dieser Stadt hat ihr Ruf leider gelitten. DIE HANSE ist daher ein sehr gutes Mittel Frankfurt am Main wieder positiv zu besetzen, denn: Der Begriff der Hansestadt erfährt eine Renaissance, er ist wieder weithin mit einer positiven Wahrnehmung verknüpft. Nicht zuletzt die großen und bekannteren Hansestädte Bremen, Hamburg und Lübeck pflegen und prägen das positive Image der Hansestädte sehr konsequent. Seit der Öffnung der Grenzen und der Erweiterung der Europäischen Union nach Osteuropa erfährt auch die alte Tradition des Hansebundes in ihrer internationalen Dimension neue Belebung. Die Aktivitäten des Hansebundes finden wieder stärker Beachtung. Dies wird nicht zuletzt in der Teilnahme des Bundespräsidenten am Hansetag in Lübeck 2014 deutlich, aber auch in seinem großen Publikumszuspruch und der medialen Wirkung.

     

    Aufgrund dieser Entwicklung und der erwarteten positiven Wirkung für Frankfurt empfiehlt es sich der Stadtverordnetenversammlung die Hanseaktivitäten in Zukunft wieder aufleben zu lassen und die Wahrnehmung Frankfurts durch das Label "Hansestadt" national wie international zu verbessern.

     

    Antragsteller:

               FRAKTION

    Antragstellende Person(en):

               Stadtv. Nico Wehnemann

               Stadtv. Herbert Förster

               Stadtv. Thomas Schmitt

    Vertraulichkeit: Nein

    Zuständige Ausschüsse:

               Haupt- und Finanzausschuss

    Versandpaket: 02.08.2017

    Beratungsergebnisse:

    14. Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 29.08.2017

    , TO I, TOP 8

     

     

     

     

    Bericht:

    TO I

    Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen:

    Die Vorlage NR 373 wird abgelehnt.

    Abstimmung:

    CDU, SPD, GRÜNE, AfD, LINKE. und BFF gegen FDP (= Prüfung und Berichterstattung) und FRAKTION (= Annahme)

    Sonstige Voten/Protokollerklärung:

    ÖkoLinX-ARL (= Ablehnung)

    16. Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 31.08.2017

    , TO I, TOP 12

     

     

     

     

    Beschluss:

    a) Die Vorlage NR 373 wird abgelehnt.

    b) Die Wortmeldungen der Stadtverordneten Wehnemann und Tschierschke dienen zur Kenntnis.

    Abstimmung:

    zu a) CDU, SPD, GRÜNE, AfD und LINKE. gegen FDP (= Prüfung und Berichterstattung) und FRAKTION (= Annahme)

    Beschlussausfertigung(en):

    § 1670

    , 16. Sitzung der Stadtverordnetenversammlung vom 31.08.2017

  • Nummer: 373
  • Abstimmung der FRAKTION:
  • Ortsbeirat:
  • Typ: NR