Die DIE FRAKTION, Fraktion aus Die PARTEI, Piraten und Freie Wähler, greift mit einem Antrag an die Stadtverordnetenversammlung eine Anregung des Ortsbeirates 1 an den Magistrat zum Thema „Autofreier Sonntag im Bahnhofsviertel“ auf, die mit breiter Mehrheit im Ortsbeirat verabschiedet wurde und aus einer Vorlage des Ortsbeirats Max Klöckner (Die PARTEI) hervorgegangen ist. 

„Wir unterstützen das Ansinnen des Ortsbeirates und möchten ihm mit unserem Antrag Nachdruck verleihen“, spricht sich Nico Wehnemann, verkehrspolitischer Sprecher der FRAKTION, für einen Autofreien Sonntag im Jahr 2019 im Bahnhofsviertel aus. Die Vorteile liegen für Wehnemann auf der Hand: „Das Bahnhofsviertel bietet einen überschaubaren, aber nicht zu kleinen Rahmen, um eine solche Maßnahme mit verhältnismäßig geringem Aufwand zu testen“, so Wehnemann. Durch eine mögliche Anschließung des Pilot-Tages an die Bahnhofsviertelnacht, lägen die Vorteile auf der Hand, nachdem Verkehrsdezernent Oesterling im September 2019 im Stadtparlament die Umsetzung eines autofreien Tages im Hinblick auf Sicherheitsauflagen eine Absage erteilt hatte: „An der Bahnhofsviertelnacht ist das Viertel schon autofrei. Die Ausweitung um einen Tag böte sich geradezu an!“ Damit könne die Regierungskoalition auch einen Punkt aus ihrem Koalitionsvertrag umsetzen, heißt es aus der FRAKTION.

Internationale Großstädte sind Vorbilder

Weltweit gibt es mittlerweile auch neben den ständig erwähnten Städten Kopenhagen und Amsterdam viele weitere Beispiele von Städten, die durch eine Beschränkung des motorisierten Individualverkehrs für eine Aufwertung ihrer Innenstädte gesorgt und den innerstädtischen Verkehrskollaps verhindert haben. 

So hat z.B. Madrid die komplette Innenstadt für Autos weitgehend gesperrt[1],[2], in Brüssel begannen 2018 umfangreiche Umbauarbeiten der Infrastruktur[3]. Auch in Singapur wird durch diverse Maßnahmen der MIV erfolgreich eingeschränkt[4]. Beispiele aus der Vergangenheit zeigen, dass die lokale Gastronomie und der Einzelhandel unter solchen Maßnahmen nicht leiden, sondern im Gegenteil davon profitieren[5],[6].

Der Antrag der FRAKTION schließt an die Ortsbeirats-Vorlage an und möchte den Magistrat dazu anhalten, Möglichkeiten zur Optimierung der Verkehrssituation hinsichtlich eines autofreien Bahnhofsviertels auszuloten, wie das Aufstellen von Fahrradstationen, eine Auslotung der Möglichkeit zur Einrichtung von Fahrradstraßen, die Absenkung von Bordsteinen, Begrünung der Straßen. „Von der mittelfristigen Umwandlung des Bahnhofsviertels in einen Boulevard ähnlich der Zeil, versprechen wir uns eine positive Entwicklung für die umliegende Gastronomie und den Einzelhandel – beispielsweise in der neueröffneten Kaiserpassage. Und letztlich eine Aufwertung der Situation für die Anwohnerinnen und Anwohner“, resümiert Wehnemann.


[1]https://polis-magazin.com/2018/06/madrid-weitet-das-innerstaedtische-fahrverbot-drastisch-aus/

[2]https://www.deutschlandfunk.de/klimaschutz-madrid-schraenkt-den-stadtverkehr-ein.1773.de.html?dram:article_id=434649

[3]http://www.fr.de/panorama/autofreie-innenstadt-mehr-platz-fuer-fussgaenger-in-bruessel-a-414959

[4]https://www.tagesschau.de/ausland/singapur-autofrei-101.html

[5]https://www.vdv.de/vdv-positionen-lang-januar-2017-rz-klein.pdfx?forced=true

[6]https://nationaler-radverkehrsplan.de/sites/default/files/forschung_radverkehr/for-a-04.pdf