Sehr geehrter Herr Vorsteher,

liebe Kollegen!

Schön, dass Herr Becker eben noch einmal zu uns geredet hat, der Übervater der Stadtverordnetenversammlung, der neue Gott, Stern am Frankfurter Stadtverordnetenhimmel. Es ist die zweite Rede, die wir hier gehört haben mit einem super belehrenden, überheblichen Unterton. So redet man einfach nicht mit uns. Ich lasse mich hier nicht von jemandem belehren, der sagt, er ist Christ und wir sollten hier nur Christen aufnehmen. Das hat eben so mitgeschwungen. Ich verachte Christen genauso wie alle anderen religiösen Fanatiker, denn religiöse Fanatiker gibt es auch bei den Christen. Ich stelle auch in Abrede, dass Herr Becker die ganzen Reden, die er hier gehalten hat, im Namen des kompletten Magistrats hält. Das ist einfach nicht richtig. Der stellt sich hier einfach hin und verbreitet das und lässt es stehen. Ich kann ja verstehen, dass man ein bisschen frustriert ist, wenn man fast gegen mich in der Wahl zum Bürgermeister verloren hat. Aber sich dann hier so reinzuschmuggeln in diese Reden – ich finde es heute tatsächlich furchtbar.

 

Wir regen uns hier über die AfD auf. Ich kann auch noch einmal was zur Seenotrettung sagen. Wir haben eine fantastische Rede gehört vom Kollegen Tschierschke, dem kann ich nur zustimmen. Denn wir Nordlichter müssen zusammenhalten. Wir wissen, wie Seenotrettung funktioniert. Heute erreichte mich die Nachricht, dass die Frankfurter Feuerwehr gerade fünf Besoffene aus dem Main gefischt hat. Am Holbeinsteg sind sie reingefallen. Die wurden ohne Wenn und Aber gerettet. So stelle ich mir das mit allen Menschen vor, ob es Christen sind oder ob es Islamgläubige sind, ob es irgendwelche Menschen sind, das ist mir scheißegal. Seenotrettung muss einfach passieren. Darüber müssen wir nicht nachdenken. Wir, als Frankfurterinnen und Frankfurter, sollten uns auch daran halten.

(Beifall)

Auch wenn der eisfreie Tiefseehafen in Frankfurt ein leichtgläubiger Traum von mir war, den ich vor Jahren gefordert habe.

Ich möchte aber noch einmal auf Herrn Wurtz von der AfD zu sprechen kommen. Ich habe in der Vergangenheit sehr viele krude Reden von ihm gehört. Ich habe versucht, mir einen Reim darauf zu machen, warum die AfD so wie die AfD ist. Mir ist eingefallen, dass wir in Frankfurt den größten Flughafen Deutschlands haben, irgendwie hängt das vielleicht zusammen. Da ist mir ein Schlagwort eingefallen, und zwar Geo-Engineering. Haben Sie davon einmal gehört? Ist das ein Segen, oder ist das ein Fluch? Was ist eigentlich los mit diesen weißen Streifen über unseren Köpfen? Haben Sie einmal darüber nachgedacht, was da passiert? Warum gibt es diese Politikverdrossenheit? Warum gibt es diese ganzen AfD-Wähler? Gerade hier in Frankfurt? Warum sind diese Leute so verrückt, so bekloppt, so rechtsradikal, so nazihaft, so neben der Spur? Ich habe Oliver Wurtz vorhin gehört, ich habe ihn letztes Jahr schon einmal gehört, wie er meinte: Was ist mit Ihnen los? Sie tanzen mit Pflanzen. Da hätte es mir eigentlich wie Chemtrails von den Augen fallen sollen. Es liegt an unserem Flughafen. Wir haben gerade den neuen Flugsteig beschlossen. Denken Sie einmal darüber nach. Warum ist auf Fotografien und Gemälden aus dem 19. Jahrhundert kein einziger Kondensstreifen zu sehen? Nicht einer. Denken Sie darüber nach. Wie viele Menschen halten diese Kondensstreifen für normale, gewöhnliche Kondensstreifen?

Mir wurden vorhin geheime Regierungsdokumente zugespielt, die belegen, dass diese Kondensstreifen nicht Kondensstreifen sind, nein, sie sind gespickt mit einer Mischung aus Aluminium, Blei und Lysergsäurediethylamid . Das wird aufgebracht auf die armen AfD‑Wähler zur Gedankenkontrolle. Sie wollen weder Menschen retten, die in Seenot sind, sie wollen weder Menschen als gleichwertig betrachten. Nein, sie sind einfach dumm, und zwar dumm gemacht von dem, was da oben passiert. Achten Sie darauf. Es ist Wahlkampfzeit. Die Chemtrails nehmen zu. Hören Sie auf damit. Hören Sie auf. Stoppen Sie diesen Wahnsinn.